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Die letzten beißen die Hunde

Die Gutgläubigen sterben einfach nicht aus:
Mit obskuren Schneeballsystemen kassieren
deren Initiatoren hunderte Millionen Euro ab.

Ganz gleich ob todsichere Börsentipps, Zinsen im zweistelligen Bereich (natürlich am Finanzamt vorbei) oder zwielichtige Briefe per Post oder Internet, die unglaubliche Gewinne versprechen: Die Gier nach dem schnellen Geld verführt auch vermeintlich kühl rechnende Menschen, den Verstand abzuschalten und ihr Geld halbseidenen Anlageberatern oder völlig unbekannten Initiatoren von Schneeballsystemen hinterherzuwerfen.

Eine halbe Milliarde Euro haben die Bundesbürger in den letzten Jahren bei solchen Kettenbrief-, Schneeball- oder Pyramidensystemen verloren, schätzt das Internet-Sicherheitsportal e110, hinter dem der frühere Fernsehmoderator Eduard Zimmermann ("Aktenzeichen XY ungelöst", "Vorsicht Falle!") steht. e110 warnt massiv vor der Teilnahme, denn meist sind es nur die Initiatoren, die bei solchen Spielen verdienen; allenfalls sehr früh angeworbene Mitspieler haben noch die Chance, auf der Gewinnerseite zu stehen.

Das schreckt aber nach Aussage der Experten die wenigsten Menschen ab, ihr Geld in ein solches Spiel zu stecken: Rund 75 Prozent aller angeschriebenen oder angesprochenen Menschen nehmen nach Aussage des Sicherheitsportals tatsächlich auch teil. Knapp 88 Prozent davon, also weitaus die meisten, verlieren ihr Geld.

Die Machart solcher Schneeballsysteme ist immer wieder gleich, die meisten Menschen sind spätestens während ihrer Schulzeit damit in Kontakt gekommen. Dort ging es zwar meist darum, den Kontakt in der Briefkette nicht abreißen zu lassen, aber das System ist das Gleiche. Bei Kettenbrief-Systemen erhält das neue Mitglied einen Werbebrief mit einer Namensliste, an deren Spitze der Name des Anwerbers selbst steht. Die Angeschriebenen werden in dem Werbebrief aufgefordert, einen bestimmten Geldbetrag an die Person an der Spitze der Liste zu schicken. Dafür dürfen sie dann ihren eigenen Namen ans Ende der Liste setzen und sollen, natürlich, neue Mitspieler werben. Denn zu Geld kommen sie nur dann, wenn immer wieder neue Mitspieler in das Spiel einsteigen, die Geld bezahlen und ihren Namen ans Ende der Liste setzen. So rutscht der eigene Name sukzessive an die Spitze der Liste, bis dann irgendwann der große Geldsegen ins Haus flattert

In der Theorie hört sich das sehr hübsch an, allerdings funktionieren die meisten Systeme nur kurze Zeit - was den Initiatoren reicht, abzusahnen. Denn allein aus mathematischen Gründen muss sich ein solches System schnell totlaufen. Warum, erklärt e110 am Beispiel des gerade in Großstädten gerade sehr beliebten Pyramidenspiels "Herzkreis", das nach dem System einer auf dem Kopf stehenden Pyramide funktioniert: "Acht Damen stehen in der obersten Reihe, dann vier, dann zwei und in der Spitze steht eine einzige Frau. Das ist ein Herzkreis. Die acht Damen aus der obersten Reihe beschenken das einzelne Herz in der untersten mit jeweils 5000 Euro. Die Gewinnsumme beläuft sich also auf 40.000 Euro! Dann scheidet die Gewinnerin aus. Die beiden Herzen aus der zweiten Reihe von unten rücken nach, müssen jedoch acht neue Zahlherzen rekrutieren. So verdoppelt sich die Anzahl der parallel laufenden "Herzkreise" mit jeder Runde." Hört sich harmlos an? In Runde 10 spielen bereits knapp 8200 Frauen mit. In Runde 20 müssten acht Millionen Frauen mitspielen, in Runde 23 ganz Deutschland.

Das kann also nicht funktionieren.

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