Wir liefern Medien Inhalte: Auto, Geld, Versicherung

navigation versicherung
navigation geld
navigation wir
DIE AGENTUR
Textpool produziert für Printmedien und Onlinedienste Beiträge zu den Themen Auto, Geld, Versicherung, Reise und Telekommunikation. Außerdem übernehmen wir die Komplettredaktion von Specials und Sonderheften
Anzeige
m-broker

Nachrüstung spart Steuern

Millionen Besitzer älterer Autos können durch
Nachrüstung neuer Abgastechnik etwas für die Umwelt
tun und beträchtlich Steuern sparen.

Mehr als 16 Millionen Autofahrer werden in diesem Jahr verwundert schauen, wenn sie ihren neuen Bescheid für die Kraftfahrzeugsteuer in der Hand halten: Die Kraftfahrzeugsteuer ist drastisch gestiegen.

Knapp 40 Prozent mehr müssen alle Besitzer eines Benziners zahlen, der nur die Schadstoffnorm Euro 1 erfüllt; das sind vorwiegend Autos der ersten G-Kat-Generation bis Baujahr 1997. Statt 10,84 Euro Kfz-Steuer pro angefangene 100 Kubikzentimeter Hubraum sind nun 15,14 Euro fällig. Für einen Benziner mit 1,8 Liter Hubraum sind das rund 272 Euro Steuern statt bislang 195 Euro.

Dieselfahrer kommen, rein prozentual gesehen, glimpflicher weg: Für Selbstzünder der Stufe Euro 1 steigt die Steuer um rund 20 Prozent von 23,06 auf 27,36 Euro pro 100 Kubikzentimeter. 684 Euro Kraftfahrzeugsteuer muss zum Beispiel der Besitzer eines acht Jahre alten Geländewagens Mitsubishi Pajero 2500 D bezahlen, und auch der Besitzer eines alten Golf Diesel wird mit knapp 520 Euro kräftig zur Kasse gebeten.Noch teurer wird es für Fahrzeuge, die es nicht in die Schadstoffgruppe Euro 1 geschafft haben. Hier klettern die Steuersätze auf bis zu 21,07 Euro für Benziner und 33,29 Euro für Diesel.

Die Zielrichtung ist klar: Das Fahren der alten Stinker soll finanziell unattraktiv und damit der Umstieg auf sauberere Autos beschleunigt werden. Alternative für viele Besitzer: Die Nachrüstung eines Kats, um in die günstigeren Schadstoffnormen Euro 2 oder 3 zu rutschen. Die Kosten für die technische Aufrüstung amortisieren sich in den meisten Fällen nach eineinhalb bis zwei Jahren. Kann das Auto länger genutzt werden, spart der Besitzer richtig Geld - und bei einem eventuellen Verkauf darf er auf einen höheren Preis hoffen.

Um sein Auto von Euro 1 auf Euro 2 oder gar Euro 3 zu hieven, stehen verschiedene technische Wege zur Verfügung. Für Benziner gibt es so genannte Kaltlaufregler, die vor allem in der Startphase die Abgaswerte drastisch reduzieren. Ausrüster Twin-Tec bietet solche Systeme für rund 250 Fahrzeugmodelle an; mit ihnen ist eine Einstufung in Euro 2 möglich, bei etlichen Modellen von Audi, BMW, Opel, Seat und VW aber auch in die Stufe D3, die steuerlich wie Euro 3 behandelt wird. Die Kosten für eine solche Umrüstung liegen bei rund 200 Euro inklusive der Gebühren für die Änderungen in den Fahrzeugpapieren, können aber je nach Fahrzeugmodell und Werkstatt differieren.

Alternative ist der Austausch des geregelten Kats, was sich vor allem bei einem sowieso anstehenden Ersatz anbietet. Auspuffhersteller Eberspächer etwa hat diese Kats vor allem für BMW, Mercedes und Opel im Programm. Solche Upgrade-Katalysatoren kosten nach Auskunft des Auto Club Europa zwischen 150 und 230 Euro inklusive Einbau. Für Besitzer von VW-Modellen mit 1,8-Liter-Motor (Golf, Vento, Passat) bietet sich auch der Austausch des Hosenrohrs an; in dieses erste Auspuffelement ist ein Vorkat integriert, der die Abgase auf Euro-3-Niveau senkt. Kostenpunkt: rund 250 Euro inklusive Einbau.

Das Rechenbeispiel ist einfach: Für einen Passat mit Euro 1 werden pro Jahr 272 Euro Steuern fällig; mit Euro 3 sind es nur noch 121 Euro. Damit spart der Besitzer des Autos 151 Euro Steuern im Jahr, hat also nach zwei Jahren nicht nur seine Kosten für die Umrüstung eingespielt, sondern auch schon die erste Tankfüllung gut gemacht. Und, nicht zu vergessen: Der Wagen wird für eventuelle Gebrauchtwagenkäufer interessanter.

Für Dieselbesitzer liegen die Aufwendungen für den Einbau eines Oxi-Kats deutlich höher, wegen der höheren Steuerersparnis rechnet sich die Investition aber genau so schnell. So bietet Mitsubishi für seine Diesel Oxidationskatalysatoren für 500 Euro plus Einbau.

Generell empfiehlt es sich, den Einbau in der Fachwerkstatt erledigen zu lassen. Mit den Bescheinigungen über die bestandene Abgasuntersuchung erfolgt anschließend in der Zulassungsstelle die Änderung der Fahrzeugpapiere, das Finanzamt korrigiert danach den Steuerbescheid; wurde die Kfz-Steuer bereits überwiesen, erhält der Autobesitzer eine Rückerstattung.

Klaus Justen

Stand: Januar 2005

§
Textpool ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden
Copyright: Textpool 2005