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Man gönnt sich ja sonst nichts

Leben in der Luxusklasse: Wer sein Geld fürs Auto mit Stil ausgeben will, findet bei den Neuheiten dieser und der kommenden Saison viele Gelegenheiten. Vorneweg bei den deutschen Premiumherstellern.

Manche Ideen brauchen einfach ein bisschen länger. Drei Jahrzehnte ist es her, dass mit dem legendären Range Rover das erste Auto auftauchte, mit dem man vor dem Pferdestall ebenso eine gute Figur abgab wie vor der Oper.

Heute nennen sich solche Fahrzeuge SUV und erobern die Bestsellerlisten. SUV steht für Sports Utility Verhicle, bedeutet in der schlichten Übersetzung auch nichts anderes als Geländewagen, wird aber völlig anders interpretiert: Groß wie ein Van, universell einsetzbar wie ein Geländewagen, Gepäckabteil eines Kombis, in den gehobenen Kategorien Fahreigenschaften fast wie ein Sportwagen. In Deutschland kletterte der Marktanteil seit 1999 von 2,8 Prozent auf 6,3 Prozent.

Das sind rund 200.000 Autos pro Jahr, allein in den ersten neun Monaten 2006 registrierte das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg ein Zulassungsplus von 14,4 Prozent. Besonders gefragt waren in den letzten Jahren die luxuriösen Vertreter. "Die Automobilindustrie folgte damit den gesellschaftlichen Trends zu stärkerer Freizeitorientierung und Individualisierung", sagt Detlev Borscheid, Geschäftsführer von B&D Forecast in Leverkusen: "Die automobile Welt wird immer bunter."

Wird sie in der Tat, auch in den kommenden Jahren. Aber nicht allein wegen der Vielzahl an SUVs, sondern weil sich rundum im Segment der luxuriösen Automobile Nische um Nische auftut. Beispiel: Supersportwagen. Von Porsche abgesehen, sprach dieses Segment bislang italienisch - aber das ändert sich mit dem Audi R8. Von dem knapp 105000 Euro teuren und 420 PS starken Mittelmotor-Sportwagen sollen 15 Autos pro Tag in Neckarsulm vom Band laufen.

Auch an anderer Stelle will Audi den Konkurrenzkampf mit BMW anheizen. In den ersten neun Monaten 2006 konnte Audi zwar den Abstand verkleinern, lag aber immer noch gut 26000 verkaufte Autos hinter dem bayerischen Erzrivalen. Im Frühjahr kommt der neue TT Roadster, und vermutlich zur IAA in Frankfurt ein Cabrio auf Basis des A3. Komplett sind die Audi-Neuheiten für 2007 damit aber noch nicht: Auf der IAA in Frankfurt dürfte auch der neue Q5 stehen, ein kompaktes SUV. Zielrichtung des Q5, die Welt ist einfach: BMW-Bestseller X3.

Aber auch bei BMW ist viel Leben im Modellprogramm: Offen fahren und dabei die Kraft von zehn Zylindern und 507 PS auf die Straße bringen - kein Problem mit dem M6 Cabrio. Zum Preis einer kleinen Eigentumswohnung (die Preisliste startet bei fast 120000 Euro, nach oben sind aber mit ein bisschen guten Willen kaum Grenzen gesteckt) erhält der Käufer neben überlegenen Fahrleistungen einen Auspuffsound vom Allerfeinsten. Da kann der Mercedes CL 63 AMG durchaus mithalten. Die Top-Variante des erst im Spätsommer auf den Markt gekommenen großen Coupés der CL-Baureihe lässt den BMW mit mindestens 140.000 Euro locker hinter sich, acht Zylinder aus 6,2 Litern Hubraum mobilisieren 525 PS. Um es schlicht zu sagen: Wenn sich Luxus wie CL buchstabiert, dann ist der CL 63 AMG Superluxus. Wer noch exklusiver reisen möchte, wird bei Bentley fündig. Das Traditionsunternehmen bringt Ende des Jahres das Continental GTC Cabrio - unterhalb eines Rolls-Royce die wohl erhabenste Weise, mit seinem Auto Stil und Wohlstand zu zeigen.

Ob man das braucht? Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer sagt dazu: "Das nackte Transportbedürfnis macht nur einen kleinen Teil der Kaufentscheidung aus. Ein Auto kauft man nicht für sich. Zu 80 Prozent kauft man einen Wagen für die Freundin, die Kollegen, die Nachbarn. Mit ihrem Wagen markieren sie, wer Sie sind, zu welcher Gruppe Sie gehören."

Bei BMW kommt im Frühjahr 2007 auch die neue Generation der offenen Dreier-Reihe neu auf den Markt. Puristen werden sich umgewöhnen müssen, denn bei diesem Modell ist die Zeit des Stoffverdecks passé. BMW setzt auf das so genannte Retractable Hardtop, also ein Klappdach aus Stahl. Wichtig für die Verkaufszahlen ist auch die neue Generation des großen SUV X5. Wobei die Bayern lieber von einem SAV sprechen, einem Sports Activity Vehicle. Fehlt noch die offene Version der Einser-Reihe, die Ende 2007 gezeigt wird.

Offen oder nicht offen? Wer sich als Porsche-Käufer diese Frage nicht beantworten kann oder will, hat in der Baureihe des legendären 911 die Möglichkeit des dritten Wegs: den Targa. Der kam just zum Ende des Sommers neu in die Porsche-Zentren – holt aber mit seinem riesigen Glasdach auch die letzten Sonnenstrahlen des Winters ins Auto. Das vordere Teil gibt fast einen halben Quadratmeter Luft über dem Kopf frei. Der Sechszylinder-Boxer leistet 325 PS, die Preisliste beginnt bei knapp 92.000 Euro. In ähnlichen Preisregionen schwebt, je nach Motor, auch der Cayenne. Das SUV hat dieses Jahr kräftige Verkaufsrückgänge hinnehmen müssen, für frischen Wind soll ein Facelift sorgen - das aufgehübschte Modell wird wohl im März auf dem Automobilsalon im Genf stehen.

Auch das Partnermodell aus Wolfsburg, der VW Touareg, erhält eine Frischzellenkur. Mehr Chrom an der Front, Änderungen bei den Heckleuchten, Sicherheits-Features wie Spurwechselüberachung sind geplant. Ebenso wird das eher glücklose Oberklassemodell Phaeton nach mehr als drei Jahren Jahren Bauzeit ein leichtes Facelift erleben.

Dass die deutschen Hersteller allen Grund haben, sich gut aufzustellen, unterstreicht eine aktuelle Studie von PricewaterhouseCoopers. "Die zunehmende Marktsättigung drückt auf Verkaufspreise und Margen der Hersteller. Hinzu kommt die Konkurrenz durch aufstrebende Wettbewerber wie Lexus oder Infiniti", betont PwC-Autoexperte Felix Kuhnert. Denn nicht nur Toyota macht mit seiner Premium-Marke Lexus Druck, vor allem mit seinem derzeit klaren Vorsprung bei Hybrid-Modellen, was die Einführung des neuen Flaggschiffs LS600h im Frühjahr unterstreicht. Auch Renault-Nissan plant den Marktstart der Luxus-Marke Infinity, dies soll aber erst 2008 soweit sein. "Entscheidend ist, dass die Hersteller ihren Status als Premium-Marke nicht verwässern. Dazu muss vor allem die Qualität auch bei hohen Stückzahlen erstklassig bleiben", so Kuhnert.

Klaus Justen

Stand: November 2006

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